GesundheitsNews
23.11.2010 Die Deutschen werden älter und kränker
Die Deutschen werden älter. Welche gesundheitlichen Konsequenzen dieser demographische Prozess für Deutschland mit sich bringt, hat das Statistische Bundesamt in am Montag veröffentlichten Modellrechnungen aufgezeigt. Das Ergebnis: Die Zahl der Pfegebedürftigen steigt schneller als erwartet; die Zahl der Krankenhausaufenthalte könnte bis 2030 von heute 17,9 auf 19,3 Millionen Fälle wachsen. Dem Nachfrageboom nach Pflegeplätzen und Krankenbetten steht eine Flaute auf den Wöchnerinnenstationen gegenüber: Die Geburtenrate geht bis 2030 um 20 Prozent zurück. Durch den absehbaren demographischen Wandel werde die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,2 Millionen auf 2,9 Millionen im Jahr 2020 steigen. Zehn Jahre später könnten es 3,4 Millionen sein, 2050 gar 4,5 Millionen. Die Pflegeversicherung...mehr
17.11.2010 Immer häufiger Sprachtherapie für Vorschulkinder
Immer mehr Kinder unter sieben Jahren benötigen eine Sprachtherapie. Das berichtet die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK). 2009 erhielten rund 15.000 Kinder über diese Krankenkasse eine solche Förderung. Ihre Zahl hat sich damit gegenüber 2008 verdoppelt. Während für die Vorschulkinder die Verordnungen stiegen, sanken sie bei den älteren Kindern ab sieben Jahren. „Der Erfolg setzt natürlich schneller ein, wenn man früher mit der Therapie beginnt“, sagte Gerhard Kroschke, beratender Kinderarzt der DAK. Spätestens zum Schulbeginn sollten Kinder vernünftig sprechen können. Deshalb sei es am sinnvollsten, eine Behandlung zwischen vier und fünf Jahren zu beginnen. Die Zahl der über die DAK behandelten Kleinkinder bis drei Jahre stieg in diesem Zeitraum von 90 auf 450. „Sicher sind in...mehr
17.11.2010 Medikamente häufig Grund für Verkehrsunfälle
Nicht wenige Menschen, die im Straßenverkehr verunglücken, stehen unter der Wirkung von Medikamenten, die die Fahrtüchtigkeit herabsetzen können. In PLoS Medicine (2010; 7: e1000366) schätzen Forscher den Anteil der durch Medikamente ausgelösten Unfälle auf mehr als 3 Prozent. Die Analyse war möglich, weil französische Polizisten bei Unfällen häufig auch die Krankenversicherungsnummer der beteiligten Verkehrsteilnehmer protokollieren. Eine weitere Quelle war eine Datenbank der Polizei zu früheren Unfällen, die ebenfalls Informationen zur Versicherung enthält. So konnten Ludivine Orriols von der Universität Bordeaux bei mehr als 70.000 Unfallbeteiligten ermitteln, ob ihnen zum Zeitpunkt des Unfalls Medikamente verschrieben worden waren, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können. In...mehr
11.11.2010 Krankenkassen fordert Verbot von Süßigkeiten-Werbung im Kinder-TV
Die KKH-Allianz fordert ein TV-Werbeverbot für Süßigkeiten im Kinderprogramm. Grund sei die rapide steigende Zahl von Patienten mit Diabetes Mellitus, so die Krankenkasse. Laut KKH-Allianz sind derzeit rund sechs Millionen Menschen in Deutschland von der Krankheit betroffen, bis 2025 soll die Zahl um über 50 Prozent steigen. „Im gesamten Jahr 2008 haben wir im ambulanten und stationären Bereich rund 219.000 Menschen mit dieser Krankheit behandelt, 2009 waren es bereits rund 246.300 Menschen – eine deutliche Steigerung“, erklärte Christian Klameth, Leiter des KKH-Allianz Servicezentrums in Hameln. Einer von der Felix Burda Stiftung veröffentlichten Studie zufolge könnten rund 90 Prozent der Diabetesfälle durch einfache Maßnahmen wie gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung...mehr
11.11.2010 Neuartiger Hirnschrittmacher für Parkinson implantiert
Ärzte und Wissenschaftler der Uniklinik Köln haben erstmals einen neuen Hirnschrittmacher bei einem Parkinsonpatienten implantiert. Im Gegensatz zu bisherigen Schrittmachern verfügt dieser über acht statt vier Elektroden und lässt sich damit sehr viel genauer regulieren. Außerdem soll er weniger Nebenwirkungen hervorrufen. Das Team um Volker Sturm und Lars Timmermann von der Uniklinik Köln berichtete anschließend von der erfolgreichen Operation. Von der Tiefen Hirnstimulation profitierten bislang vor allem Personen mit einem therapierefraktären Morbus Parkinson und einem starken Tremor. Die Stimulation verbessert die Lebensqualität der Behandelten langfristig. „Der neue Hirnschrittmacher ist ein Meilenstein in der Parkinson-Therapie, da wir nun nicht mehr über vier, sondern über acht...mehr
22.10.2010 Auch die Apotheker sollen zahlen
Die Gesundheitsexperten der Koalition suchen weiter nach Millionen, die sie bei den Arzneimittel-Kosten einsparen können. Die Union pocht auf eine Beteiligung der Apotheker. Anders als von der schwarz-gelben Koalition ursprünglich vorgesehen, soll die Apothekerschaft nun doch einen direkten Beitrag zum Arzneimittel-Sparpaket leisten. Die Fraktionen von Union und FDP erwägen, die Pharmazeuten mit rund 150 Millionen Euro im Jahr zu belasten. In Kreisen der Union hieß es, dazu könne der Rabatt angehoben werden, den Apotheker den gesetzlichen Krankenkassen auf jedes verschreibungspflichtige Medikament gewähren müssten. In der Debatte sei eine Erhöhung von derzeit 1,75 Euro pro Packung auf zwei Euro. In zwei Jahren könne der Rabatt dann neu verhandelt werden. Im Gegenzug werde der...mehr
22.10.2010 Pharmawerbung beeinflusst Verordnungsverhalten
Die Milliarden, die Arzneimittelhersteller jährlich für Werbung und Marketing ausgeben, verfehlen ihre Wirkung offenbar nicht. Eine Meta-Analyse in PLoS Medicine (2010; 7: e1000352) kommt zu dem Ergebnis, dass Ärzte sich sehr wohl in ihrem Verordnungsverhalten beeinflussen lassen, nicht immer im Sinne einer besseren Therapie: Werbeexponierte Mediziner verordnen häufiger, schlechter und auch kostspieliger, lautet das Fazit der Autoren. Werbung soll den Verkauf fördern und den Marktanteil der Produkte steigern. Das ist auch bei Arzneimitteln nicht anders. Schätzungsweise ein Viertel ihrer Einnahmen investieren US-Pharmafirmen in die Werbung und Marketing. In Europa mag der Anteil geringer sein (12,2 Prozent in einer Studie aus Frankreich), doch die Zielrichtung ist die gleiche. Die...mehr

