GesundheitsNews
28.07.2010 Locked-in-Syndrom: Gaumensegel navigiert Computer und Rollstuhl
Rehovot – Ingenieure aus Israel haben einen „Sniff Controller“ entwickelt, der es Patienten ermöglicht, einen Computer oder Rollstuhl durch die Bewegungen des Gaumensegel zu steuern. In den Proceedings of the National Academy of Sciences (2010, doi: 10.1073/pnas.1006746107) berichten sie über den erfolgreichen Einsatz bei Patienten mit Locked-in-Syndrom. Bei vielen Patienten mit Locked-in-Syndrom bleibt die Beweglichkeit des Gaumensegels, das durch verschiedene Hirnnerven (Glossopharyngeus, Vagus) innerviert wird, erhalten. Sie können deshalb entscheiden, ob sie durch Nase oder Mund Luft holen wollen und zwischen beiden Atmungen schnell wechseln. Allein dies ermöglicht es ihnen binäre Signale (Nase auf/zu) auszusenden, die mit einer Sonde registriert werden können, wie sie auch zur...mehr
21.07.2010 Krankenstand im ersten Halbjahr auf höchstem Stand seit fünf Jahren
Der Krankenstand in deutschen Unternehmen ist auf den höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert. In den ersten sechs Monaten des Jahres lag die Zahl der krank geschriebenen Arbeitnehmer im Durchschnitt bei 3,6 Prozent, wie aus einer Statistik des Bundesgesund-heitsministeriums hervorgeht. Das ist ein Anstieg um rund zehn Prozent zum Vorjahreszeitraum, als nur 3,2 Prozent der Beschäftigten krank geschrieben waren. Der Anteil der Frauen lag durchschnittlich bei 3,8 Prozent, bei Männern bei 3,4 Prozent. Die Statistik zeigt allerdings nicht die genaue Zahl der Fehltage. Sie zeigt lediglich, wie groß der Anteil der gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer lag, die jeweils zum Stichtag des Monatsersten krank geschrieben waren. Nicht erfasst werden damit auch die Arbeitnehmer, die nur...mehr
21.07.2010 Studie zur Einführung von Apotheken-Eigenmarken vorgelegt
Apotheken-Kooperationen sollten die Einführung rezeptfreier Medikamente und Gesund-heitsprodukte unter eigenem Markennamen durch eine aktive Verkaufsförderung unter-stützen. Das ist das Ergebnis einer Studie der International School of Management (ISM). Entscheidend für den Verkaufserfolg sei, dass die angeschlossenen Apotheken die Eigenmarke aktiv bewerben und empfehlen, so die Verfasser. Der Vorteil von eigenen Handelsmarken liegt laut ISM für die Apotheken-Kooperationen auf der Hand: Zum einen erschließen sie durch den Vertrieb eigener Produkte neue Einnahme-quellen. Zum anderen besteht die Chance, sich mit einer Eigenmarke von der Konkurrenz abzuheben und Kunden stärker an sich zu binden. „Allerdings müssen die Apotheken-Kooperationen bei der Einführung neuer Handels-marken einiges...mehr
15.07.2010 Neuer Sachverständigenrat ernannt
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat am Dienstag einen neuen Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ernannt. Der Rat hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren Gutachten zu erstellen. Den Vorsitz übernimmt Eberhard Wille von der Universität Mannheim, sein Stellvertreter ist Matthias Schrappe von der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. „Der Sachverständigenrat ist mittlerweile seit 25 Jahren ein fester Bestandteil in unserem Gesundheitswesen“, sagte Rösler. In seinen unabhängigen wissenschaftlichen Analysen habe er umfassende Empfehlungen zur Verbesserung von Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung erarbeitet. Eine Reihe dieser Vorschläge sind von der Gesundheitspolitik bisher aufgegriffen worden wie etwa die...mehr
15.07.2010 Tee- und Esslöffel für Medikamentendosierung ungeeignet
Tee- oder Esslöffel sind ein sehr ungenaues Maß für die Verabreichung von Medikamenten. In einer Studie im International Journal of Clinical Practice (2010: 64: 1185-1189) schwankte das Füllvolumen beinahe um den Faktor drei. Die Dosierungsangaben „ein Teelöffel" oder „ein Esslöffel“ finden sich vor allem bei Medikamenten, die kleinen Kindern oral verabreicht werden. Tabletten werden hier wegen der Gefahr der Aspiration vermieden. Nicht alle Arzneimittel werden mit kleinen Plastiklöffeln ausgeliefert, die außerdem in der Hausapotheke schnell verloren gehen. Dann greifen die Mütter häufig in die Besteckschublade, um mittels eines Löffels zu dosieren. Matthew Falagas vom Alfa Institute of Biomedical Sciences in Athen bat 25 Frauen, ihm Tee- oder Esslöffel von zuhause...mehr
08.07.2010 Zecken-Risiko in Baden-Württemberg am höchsten
Bundesweit ist das Zecken-Risiko in Baden-Württemberg am höchsten. Darauf verwies die Universität Hohenheim im Rahmen eines Symposiums Anfang Juli. Insgesamt habe das Robert-Koch-Institut (RKI) 42 Kreise in Baden-Württemberg zum Risikogebiet für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erklärt. „Baden-Württemberg ist damit besonders gefährdet, was das FSME-Risiko angeht“, heißt es dazu aus der Hochschule. Laut Universität Hohenheim wurden im vergangenen Jahr insgesamt in Deutschland 312 FSME-Fälle gemeldet. Fast die Hälfte davon in Baden-Württemberg, ein Drittel in Bayern. „In den meisten anderen Bundesländern liegt die Zahl der Infektionen unter zehn“, so die Universität. Zecken seien aber kein unbeherrschbares Risiko. Wissenschaftler der Hochschule versuchen, Zecken mit ungewöhnlichen...mehr
08.07.2010 BGH erlaubt Präimplantationsdiagnositik bei Risikogruppen
Bei Paaren mit einer Veranlagung zu schweren Erbschäden dürfen Ärzte künftig im Reagenzglas befruchtete Eizellen auf Genschäden untersuchen und nur die gesunden Zellen für eine künstliche Befruchtung auswählen. Embryonen mit Gendefekt dürfen straflos verworfen werden, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag. Der 5. Senat des BGH in Leipzig erlaubte die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) allerdings nur bei den betroffenen Risikogruppen, weil durch diese Methode die Zahl der Abtreibungen schwerst behinderter Kinder vermindert wird. Ansonsten könnten sich Frauen für eine legale Abtreibung entscheiden, wenn während ihrer Schwangerschaft eine Behinderung des Embryos festgestellt wird. Ein darüber hinaus gehender Einsatz der PID bleibt damit strafbar: Etwa die Auswahl von...mehr

