Flüssiggas im Visier
Die Landesregierung von Schleswig-Holstein warnte im Bundesrat vor Flüssiggas-Tankstellen als Sicherheitsrisiko. In dem Bundesland waren alle 272 Tankstellen überprüft worden. Dabei wiesen 132 Mängel auf, 26 wurden sofort stillgelegt.
Tanks und Leitungen seien oft nicht ausreichend geschützt, weil Sicherheitszertifikate zu leichtfertig erteilt würden, so die Kieler, die die Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, GTÜ oder SGS direkt verantwortlich machen.
Es sei sogar davon auszugehen, dass nicht nur Flüssiggastankstellen, sondern auch andere, gefährliche und überwachungsbedürftige Anlagen nicht den Vorschriften entsprechend geprüft werden, so das Kieler Arbeitsministerium. Alle in Schleswig-Holstein bemängelten Flüssiggas-Tankstellen hätten zuvor das technische O.K. erhalten.
Bei Unfällen könne es zu Großschadensereignissen und verheerenden Explosionen kommen. Viele Anlagen würden nicht einmal den Aufprall eines rollenden Kleinwagens aushalten.
Hintergrund: Bei einem Unfall mit einem Smart im Sommer 2009 waren 2500 l hochexplosives Flüssiggas freigesetzt worden, was die Untersuchungen in Gang setzte. Nur weil keine Zündquelle in der Nähe war, kam es zu keiner Explosion. Die Prüf-Organisationen seien zudem unterversichert, so die Kieler.
Der Bundesrat solle beschließen, die Mindestdeckungssumme der Haftpflicht der zugelassenen Überwachungsstellen von 2,5 Mio auf 20 Mio Euro zu erhöhen.
In Deutschland hat sich die Zahl der Tankstellen für Flüssig- bzw. Autogas (LPG) seit 2006 mehr als vervierfacht. Aktuell gibt über 6000 davon und über 400.000 LPG-Fahrzeuge sind bundesweit unterwegs. Der Kraftstoff LPG hat noch bis Ende 2018 einen deutlichen Steuervorteil.
Quelle: TAM News

