Beim Kassenwechsel droht Kostenfalle
Ab 2011 wird es leichter, zu privaten Krankenversicherern zu wechseln. Kunden sollten die Kosten der Anbieter genau vergleichen. Denn was der Versicherer für Verwaltung und Verkauf von Privatpolicen ausgibt, fehlt für Leistungen oder Altersrückstellungen.
Die privaten Krankenversicherer (PKV) müssen hohe Summen investieren, um neue Kunden zu gewinnen. Das belegt ein Kostenvergleich des Handelsblatts, in dem die Top-20-Versicherer unter die Lupe genommen wurden. Diese teilen mehr als 90 Prozent des Marktes unter sich auf. Die Untersuchung zeigt, dass die Versicherer im vergangenen Jahr für jeden der rund 167 000 vollversicherten Neukunden rund 11 000 Euro an Vertriebskosten eingesetzt haben. Das ist eine stattliche Summe – entspricht sie doch dem Vielfachen des Jahresbeitrags eines Privatversicherten.
Bezahlt wird dies am Ende von den Kunden selbst. Bei Neukunden fließen die ersten Prämien voll in die Vertriebskosten und nicht in den Versicherungsschutz. Die Altkunden erhalten zum Teil Halteprämien, damit sie nicht zur Konkurrenz abwandern. Die Konzerne argumentieren dabei so: Der Wettbewerb untereinander ist hoch, Abwerbeversuche sind in der PKV an der Tagesordnung. Jeder Krankenversicherer sei daher gezwungen, auch in die Bestandskunden zu „investieren“, damit diese bleiben.
Quelle: Handelsblatt

