29.09.2010

Klick mich!

Facebook, Twitter, StudiVZ - viele Banken werben junge Kunden in sozialen Netzwerken. Ein Drathseilakt: Die Nutzer wollen keine plumpe Produktwerbung, sondern Unterhaltung. Doch die Banken könnten ihr seriöses Image verlieren.

Man muss schon etwas bieten, um in der virtuellen Welt aufzufallen. Die Volksbank Bühl etwa wollte von ihrer jungen Online-Gemeinde auf Facebook wissen, wie zufrieden die mit dem Kontoangebot für Berufsanfänger ist - natürlich nicht ohne Hintergedanken. Als Gegenleistung für eine Kontoeröffnung spendierte die Volksbank einen iPod von Apple. Das Ergebnis: Nur 17Nutzer machten bei der Umfrage mit.

Über Finanzthemen spricht die Online-Gemeinde der Volksbank Bühl nämlich nicht gerne. 600 Mitglieder zählt sie insgesamt und es sind andere Themen, die sie bewegen: Das Fußballspiel des Karlsruher SC gegen den FC Lichtenau zum Beispiel. Über Themen wie diese wird online ausführlich diskutiert. Viele Mitglieder haben sich wegen der Möglichkeit der regionalen Kommunikation überhaupt erst bei der Seite angemeldet. Volksbank-Produkte interessieren da eher wenig.

Es ist ein Problem, mit dem viele Banken zu kämpfen haben. Immer mehr Finanzinstitute investieren in eigene Auftritte bei sozialen Netzwerken im Internet. Sie haben die Chance erkannt: Wo sonst lässt sich eine so große Zielgruppe von Jugendlichen direkt erreichen? Abgesehen von den Vereinigten Staaten und China besuchen nirgendwo auf der Welt so viele Menschen die Seiten von Facebook, Twitter, StudiVZ oder Youtube wie in Deutschland. Die Banken versprechen sich über die Online-Netzwerke nicht nur Verkaufserfolge, sondern wollen gleichzeitig mehr über ihre junge Zielgruppe und deren Interessen erfahren. Häufig scheitert das allerdings schon an der Umsetzung, denn die Banken finden oft nicht den Zugang zur jungen Zielgruppe.

"Banken haben die Regeln noch nicht verinnerlicht, nach denen das sogenannte Social Web tickt", sagt Berater Stephan Fink. Wer dort ernst genommen werden will, müsse kritische Kommentare aushalten können und schnell und konsequent auf Nutzerfragen reagieren. Finks Agentur Fink & Fuchs hat gemeinsam mit der Universität Leipzig die Aktivitäten deutscher Firmen in sozialen Netzwerken untersucht. Das Ergebnis: Zwar ist über die Hälfte der Unternehmen dort aktiv, meist aber noch in einem Experimentierstadium.

Quelle: Süddeutsche

zum Artikel


Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Kommentare
Nachricht von der Erweiterung "comments": Das TypoScript-Template der Erweiterung scheint dem Haupt-TypoScript-Template nicht hinzugefügt worden zu sein. Wie TypoScript-Templates von Erweiterungen dem Haupt-TypoScript-Template hinzugefügt werden können, entnehmen Sie bitte dem Kapitel "Administration" der Anleitung.
Kommentieren
Nachricht von der Erweiterung "comments": Das TypoScript-Template der Erweiterung scheint dem Haupt-TypoScript-Template nicht hinzugefügt worden zu sein. Wie TypoScript-Templates von Erweiterungen dem Haupt-TypoScript-Template hinzugefügt werden können, entnehmen Sie bitte dem Kapitel "Administration" der Anleitung.