10.12.2010

Kupfer, Nickel und Zinn für Anleger

Die Preise für Rohstoffe steigen - und Anbieter von Zertifikaten befeuern den Boom mit neuen Produkten. So können Anleger künftig an der Börse mit Zertifikaten handeln, die mit echten Vorräten an Industriemetallen besichert sind. Ein erster Anbieter bringt die ETC genannten Produkte in London auf den Markt, weitere sollen folgen.

Frankfurt - Die britische ETF Securities will am Freitag die drei weltweit ersten physisch besicherten Zertifikate auf Industriemetalle auflegen. Diese Exchange Traded Commodities (ETCs) würden sich auf Kupfer, Nickel und Zinn beziehen und vorerst nur an der London Stock Exchange (LSE) gehandelt werden, sagte eine Sprecherin von ETF Securities am Mittwoch. Ein Listing in Deutschland sei nicht geplant.

Bei den geplanten Produkten handelt es sich wie bei Zertifikaten um Inhaberschuldverschreibungen. Im Gegensatz zu Zertifikaten sollen die ETCs jedoch mit den jeweiligen Industriemetallen im Gegenwert des investierten Vermögens besichert sein. ETF Securities will dieses Metall in Lagerhäusern der LSE verwahren. Auf diese Weise sollen die ETCs die LSE-Spotpreise der Metalle nachvollziehen.

Bisherige Industriemetall-ETCs beziehen sich auf die Futurespreise. Dadurch bilden sie die Preisentwicklungen der Metalle über längere Zeiträume nicht immer genau nach. ETF Securities hatte Mitte Oktober angekündigt, physisch besicherte Investmentprodukte auf Industriemetalle aufzulegen. Kurz darauf hatten auch JP Morgan und Blackrock Genehmigungen für entsprechende Produkte bei den jeweiligen Finanzaufsichtsbehörden beantragt.

Die Nachfrage nach derartigen Produkten ist groß, da die Investoren mit Preissteigerungen infolge eines knapper werdenden Angebotes rechnen. ETF Securities plant neben den ETCs auf Kupfer, Nickel und Zinn weitere Produkte auf Aluminium, Zink, und Blei sowie einen Korb dieser sechs Metalle. Diese sollen aber erst 2011 an der LSE gelistet werden.

Anleger haben am Mittwoch am Kupfermarkt Gewinne eingestrichen. Die Tonne des Industriemetalls verbilligte sich an der London Metal Exchange daraufhin um 0,5 Prozent auf 8840 Dollar. Am Dienstag hatte die Notierung noch ein Rekordhoch von 9044 Dollar erreicht. Analysten zufolge könne der Preisrückgang allerdings auch von chinesischen Investoren, die auf fallende Kurse setzen, als Kaufgelegenheit gewertet werden.

Quelle: Manager Magazin

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