Stress mit Bankentests
Spanien will unbedingt die Ergebnisse eines Stresstests für Banken veröffentlichen. Doch deutsche Finanzinstitute fürchten sich vor den Konsequenzen.
Politiker, Banken und deren Kontrolleure streiten darüber, ob man Tests zur Überlebensfähigkeit europäischer Geldhäuser veröffentlichen soll. Die spanische Notenbank kündigte am Mittwoch an, die Tests für ihre großen Institute "bald" zu veröffentlichen. "Die Resultate werden zeigen, dass der Sektor ausreichend kapitalisiert ist", hieß es in Madrid. Das Land hofft, mit diesem Signal die Finanzmärkte zu beruhigen. Seit Tagen wird spekuliert, ob Spanien Milliarden-Hilfen der EU in Anspruch nehmen muss. Die Ankündigung Madrids bringt andere EU-Staaten unter Druck. In der Union wird nun heftig gestritten, ob eine Veröffentlichung der Tests die Märkte beruhigen oder neue Gefahren heraufbeschwören könnte.
Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums erklärte, die Regierung stimme sich derzeit mit den europäischen Partnern über eine gemeinsame Linie ab. Sowohl in Regierungskreisen als auch im Umfeld der deutschen Finanzaufsicht wurde eine Veröffentlichung von Ergebnissen aber nicht ausgeschlossen. Zwar sei eine Offenlegung solcher Zahlen nach deutschem Recht derzeit nicht möglich. Letztlich handele es sich aber um eine politische Entscheidung und man müsse abwägen, welche Konsequenzen dies nach sich ziehe.

