Und raus bist du
In der Finanzkrise haben die Aufsichtsräte vieler Banken versagt. Jetzt durchkämmt die Finanzaufsicht Bafin die Kontrollgremien der Banken, sortiert aus - und hofft auf freiwillige Rücktritte.
Eigentlich versteht es sich von selbst, dass Jobs mit kompetenten Bewerbern ausgefüllt werden müssen. Bei Aufsichtsräten, gerade im Finanzbereich, hat es da jedoch in der Vergangenheit einige Inkompetenzen gegeben. Schließlich hätten die Kontrolleure genauer hinschauen können, als sich viele deutsche Banken kaum kalkulierbare Risiken aufluden. Sie taten es nicht, weil sie von der Materie wenig verstanden.
Der Gesetzgeber hat auf diesen Missstand durch eine Ergänzung des Kreditwesengesetzes reagiert: Seit 1. September 2009 überprüft die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin auch die Qualität der Banken-Aufsichtsräte. Vorher wurden nur Bankvorstände überprüft, sie können bei mangelnder Eignung abberufen werden.
Die Kompetenz-Checks der Aufsichtsgremien fallen allerdings deutlich oberflächlicher aus als die der Manager. Zunächst gilt nur der schriftliche Lebenslauf als Basis der behördlichen Entscheidung. Ist die Behörde unzufrieden, legt man dem Kandidaten eine Weiterbildung nahe. Schlägt dieser das Angebot aus, fällt er durch. Der neue Gesetzespassus gilt nicht rückwirkend. "Eine Bestandsaufnahme der schon im Amt befindlichen Aufsichtsräte findet nicht statt", sagte ein Bafin-Sprecher.
Quelle: Sueddeutsche Zeitung

