23.02.2010

Armut aktiviert Krebsgen

Dundee – Brustkrebspatientinnen hatten in einer Studie im British Journal of Cancer (2010; doi: 10.1038/sj.bjc.6605540) häufiger Mutationen im p53-Tumorsuppressor, wenn sie aus ärmeren Regionen stammten. Ihre Überlebensprognose war dann deutlich vermindert.

Das 1979 entdeckte Protein p53 wird als “Wächter des Genoms” bezeichnet, da es die DNA-Reparatur aktivieren kann und eine wichtige Rolle in der Abwehr von Krebserkrankungen spielt. Es war deshalb nicht überraschend, als Lee Baker von der Universität Dundee und Mitarbeiter in ihrer Studie häufiger Mutationen im p53-Gen bei jenen Frauen fanden, die ein Mammakarzinom nicht überlebten.

Schwerer zu erklären ist der zweite Befund. Aufgrund der Postleitzahlen konnte der Onkologe die Frauen ärmeren oder reicheren Regionen in der geografisch stark segregierten britischen Gesellschaft zuordnen. Im Durchschnitt hatte jede vierte Frau (26 Prozent) eine p53-Mutation in der archivierten Gewebeprobe des Primärtumors. Unter den Frauen aus den ärmeren Regionen (unterstes Perzentil in einem Deprivationsscore) war der Anteil mit 58,8 Prozent doppelt so hoch.

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