10.06.2010

Offenbar massiver Betrug an Berliner DRK-Kliniken

Mehrere Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin sind am Mittwoch wegen des Verdachts des „banden- und gewerbsmäßigen ärztlichen Abrechnungsbetrugs“ in Millionenhöhe und der Körperverletzung durchsucht wurden. Die beiden Geschäftsführer der DRK-Gesellschaft sowie der Chefarzt der Radiologie des Klinikums Mitte wurden verhaftet, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

„Wir gehen davon aus, dass wir die Spitze eines Eisbergs vor uns haben”, sagte Oberstaatsanwalt Frank Thiel vor Journalisten. Nach einer anonymer Anzeige nahm die Polizei im vergangenen Jahr die Ermittlungen auf.

Laut Thiel liegen bislang Beweise für 128 Betrugsfälle und mehr als 50 Körperverletzungen vor. Gegen 24 Personen, die meisten von ihnen Mediziner, wird ermittelt. Der geschätzte Schaden belaufe sich bislang auf rund 170.000 Euro. „Wir haben aber konkrete Hinweise auf einen Schaden bis über eine Million Euro”, sagte Thiel.

Gegen die drei Hauptbeschuldigten besteht den Angaben zufolge der dringende Tatverdacht, dass seit 2005 von dafür nicht qualifizierten und nicht zugelassenen Assistenzärzten ärztliche Spezialleistungen erbracht und dann auf Weisung der Geschäftsführung über Fachärzte abgerechnet worden sein sollen.

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